Mit Leuchtdioden zeichnet Martin Weiand seine Lichterspuren, Er steht selber vor der Kamera, behängt mit Weihnachtsketten oder einem LED-Streifen in der Hand, löst mit Fernauslöser eine Belichtung von 1-2 Sekunden aus und zeichnet, tanzt , formt und entwickelt mit den Lichtpunkten klare, grafische Formen und Figuren bis hin zu scheinbar humanoiden Wesen.

Die Rahmendbedingungen beeinflussen und diktieren die Darstellung. Die sehr kurze Belichtungszeit verlangt flüssiges, entschlossenes Zeichnen. Es gibt keine Korrekturmöglichkeit, jedes Zögern führt zu Störungen. Die Figur entsteht aus einer schnellen Bewegung heraus.

Die Armlängen des Künstlers und der gewählte Ausschnitt begrenzen den Radius. Beweglichkeit und Schnelligkeit sind die menschlichen Parameter, die Zeichnung spiegelt die Bewegung des Künstlers wider. Martin Weiand dreht sich mit den Lichterketten, bewegt die Lichtleiste mal vor, mal hinter seinem Körper. Er steigt durch seine Lichterspur , er verknotet den Schweif, er tanzt mit dem Licht.

Durch die digitale Fotografie, die eine sofortige Kontrolle erlaubt, entsteht ein iteratives Arbeiten, dass einen Dialog zwischen dem Künstler und den gerade entstandenen, nicht körperlichen Figuren zuläßt. Die Formen entwickeln sich zu einem Gegenüber, bekommen ein Eigenleben, entstehen aus der gegenseitigen Beeinflussung.Zwischen der Lichtform und dem Künstler entstehen Resonanzen.

In Trudering wird 2011 erstmals auch eine Videocollage der Lichterzeichnungen gezeigt. Die Standbilder der Lichtspuren werden mit Videoeinschnitten zu einem schnellen Ablauf zusammensetzt und erlauben dem Betrachter ein ganz eigenes Erleben des tanzenden Lichtes.